ERC gewinnt beim Ideenwettbewerb Reallabore der Energiewende

19.07.2019
 

Gleich mehrere Projekteskizzen haben die Institute der RWTH zu dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgerufenen Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ eingereicht. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier verkündete auf einer Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag die 20 Gewinner der insgesamt 90 Konsortien, die sich mit ihrem Projekt für eine Förderung beworben haben. Der Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik (EBC) am E.ON Energy Research Center (E.ON ERC), geleitet von Prof. Dirk Müller, ist gleich in zwei verschiedenen Projekten vertreten, die dem Bereich energieoptimierte Quartiere zuzuordnen sind („SmartQuart“ und „TransUrbanNRW“).

  Erklärung der Reallabore Urheberrecht: Projektträger Jülich

In dem neuen Format der Reallabore sollen zukunftsfähige Energietechnologien unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab erprobt werden. Die 20 Sieger des Ideenwettbewerbs können in den kommenden Wochen und Monaten nun ihre Anträge für Fördermittel stellen. Dafür stellt das BMWi jährlich mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung.

SmartQuart – Smarte Energiequartiere

Um die Klimaziele zu erreichen, muss aus der Stromwende eine „richtige“ Energiewende gemacht werden, die die Sektoren Energie, Wärme und Mobilität stärker als bislang miteinander verknüpft. SmartQuart soll zeigen, dass dies innerhalb eines Quartiers und im Zusammenspiel mit benachbarten Quartieren bereits heute technisch und wirtschaftlich möglich ist. Essen und Bedburg in Nordrhein-Westfalen sowie Kaisersesch in Rheinland-Pfalz bilden gemeinsam dieses Reallabor.

Die Stadtquartiere werden jeweils in sich und auch miteinander vernetzt, damit die vorhandenen Energieinfrastrukturen effizient genutzt werden können. Smart-Grid-Lösungen koppeln Wärme, Kälte, „grünen“ Strom, Wasserstoff und den Bereich Mobilität intelligent miteinander. Ziel ist, in den Modellregionen eine klimaneutrale Energieversorgung zu erreichen. In allen drei Stadtquartieren beteiligen sich Bewohner, Energieversorger sowie lokale Technologieanbieter. SmartQuart repräsentiert typische Stadtquartiere in einem eng verdichteten, ländlichen sowie städtischen Raum, sodass die Konzepte auf andere Quartiere übertragbar sind.

Die Konsortialleitung für dieses Reallabor übernimmt die innogy SE. Neben dem Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik (EBC) des E.ON ERC ist die RWTH ebenfalls durch den Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen (e3d) sowie das Lehr- und Forschungsgebiet Immobilienprojektentwicklung (IPE) vertreten. Weitere Partner aus der Industrie und der Startup-Szene sind Cisco Systems Holding GmbH, gridX GmbH, Hydrogenious Technologies GmbH, OFB Projektentwicklung GmbH, RWE Power AG, Stadt Bedburg, Verbandsgemeinde Kaisersesch und Viessmann Werke GmbH & Co. KG.

TransUrbanNRW

Das Reallabor TransUrbanNRW transformiert die Wärmeversorgung an fünf Standorten in Nordrhein-Westfalen. Bisher werden die von Braunkohleabbau geprägten Quartiere über Fernwärmenetze versorgt. Im Reallabor setzt das Konsortium auf Wärmenetze der 5. Generation, die erneuerbare Energien und Abwärme auf allen Temperaturniveaus einbinden.

Wärmenetze der 5. Generation fungieren als eine Energieplattform für „Prosumer“ –also für Verbraucher, die sowohl Energie nutzen als auch selber bereitstellen, etwa über ihre PV-Anlage auf dem eigenen Hausdach. Der notwendige Erzeugungsmix für die Wärme- und Kältebereitstellung kann bei diesen Wärmenetzen aus fossilen und CO2-freien Erzeugungskapazitäten synthetisiert werden. Dies ermöglicht einen schrittweisen Umbau von der heutigen fossilen Erzeugung in eine strombasierte und zunehmend regenerative Wärme- und Kältebereitstellung. Im Zuge des Kohleausstiegs wandelt sich damit die Rolle des klassischen Fernwärmeversorgungsunternehmens zu Energieplattformanbietern für Wärme, Kälte, Strom und Mobilität.

E.ON Energy Solutions GmbH übernimmt die Koordinierung des Projekts, an dem als weitere Partner aus der Industrie und Startup-Szene Stadtwerke Herne AG, Uniper Wärme GmbH, Innovation City Management GmbH, heatbeat engineering GmbH und aedifion GmbH beteiligt sind. Wissenschaftliche Partner sind mehrere Institute des E.ON ERC sowie das Institut für Solare Energiesysteme (ISE) der Fraunhofer-Gesellschaft.

Weitere Informationen zu den Gewinnern des Ideenwettbewerbs finden Sie auf dem Internetauftritt des BMWi.