Bachelorarbeit Johannes Engels

 

Energiebedarfsrechnungen und die Bedeutung der internen Wärmegewinne nach EnEV 2014

Die Ausarbeitung zu oben genannter Thematik wird in zwei Hauptkapitel unterteilt: Zunächst soll
im Rahmen einer Literaturrecherche der Ansatz des pauschalen flächenbezogenen Richtwertes für
interne Wärmegewinne bei Wohngebäuden nach DIN V 4108-6 untersucht werden. Hierbei gilt es
zum einen die Entwicklung der derzeit gültigen Richtwerte in DIN V 4108-6 Abschnitt 6.3 und Anhang
D.3 sowie DIN V 18599-10 Tabelle 4 zu beschreiben und zum anderen die der aktuellen Festschreibung
zugrunde liegenden Annahmen bezüglich Art und Ausprägung der Wärmequellen sowie
des angenommenen Nutzerverhaltens zu analysieren. Die derzeit gültigen Richtwerte werden hier
auf nationaler Normenebene betrachtet, europäische und internationale Normen werden hier nur
näher betrachtet, sofern die darin vorgeschlagenen Ansätze für die national gültigen Richtwerte als
ursächlich angesehen werden können.
Anschließend wird ein Nutzungskonzept für Wohngebäude erarbeitet, welches sich konsistent zu
demjenigen verhalten soll, das den derzeit normativen Pauschalwerten zugrunde liegt. Wohl aber
soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass sich die von den Bewohnern genutzten Geräte,
sprich potenzielle Wärmequellen, im Laufe der Zeit ständig verändert haben und auch imWeiteren
verändern werden. Als ein Schwerpunkt dieses Kapitels soll eine vergleichende Analyse der unterschiedlichen
Sanierungsvarianten im betrachteten Quartier durchgeführt werden: Das Nutzerverhalten
in Bezug auf die internen Wärmegewinne resultierend aus dem Aufenthalt und den Geräten
der Wohnungsnutzer wird über ein Nutzungskonzept beschrieben, welches die tatsächlichen Verhaltensweisen
der Nutzer geordnet wiedergeben soll: Die Nutzer werden in verschiedene Klassen
eingeteilt, wobei alswichtige Einteilungskriterien Alter, das Vorhandensein einer überwiegend nicht
innerhalb der Wohneinheit stattfindenden Erwerbstätigkeit und das Geschlecht in Verbindung mit
der Nationalität, natürlich nur soweit, wie die erhobenen und allgemeinen demografischen Daten
für Karlsruhe Rintheim derlei Rückschlüsse zulassen, dienen. Hierdurch soll eine möglichst exakte
Schätzung der tatsächlich pro Quadratmeter anzusetzenden internen Wärmegewinne erreicht
werden. Des Weiteren werden verschiedene Szenarien, der Anschaulichkeit halber Haushalte, untersucht
und im letzten Hauptkapitel analysiert und diskutiert.
Zu guter Letzt werden die im Rahmen des Projekts zur integralen Quartierssanierung erhobenen
Daten ausgewertet undmitHilfe des im zweiten Kapitel erstelltenNutzungskonzepts analysiert und
die jeweiligen Klassen beziehungsweise Szenarien bearbeitet. Hierbei werden die ausgewerteten
Messdaten mit den nach EnEV anzusetzenden Werten verglichen und Abweichungen dokumentiert.
Anschließend werden die Abweichungen auf ihre Ursachen hin untersucht, wobei hier noch
zu klären ist, in welchem Verhältnis der Einfluss des Nutzerverhaltens und der Technik gewichtet werden. ImZweifelsfall ist hier auf die Gewichtung aus der EnEV abzustellen. Ziel der Aufarbeitung
ist die Erstellung von Tages- und weiteren zeitlichen Verläufen, mit Hilfe derer die Arbeiten der vorangegangenen
Kapitel veranschaulicht werden können. Die Auswertung der Daten erfolgt unter der
Prämisse, dass die Stichprobe in Karlsruhe groß und heterogen genug ist, um daraus verwertbare
Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit ziehen zu können.
Abschließend sollen eine kritische Diskussion der im Rahmen der EnEV anzusetzenden Richtwerte
erfolgen, und gegebenenfalls eigene Verbesserungsvorschläge angebracht werden, interne Wärmegewinne
in Zukunft genauer erfassen beziehungsweise darstellen zu können, da letztere aufgrund
von besserer Dämmung von Gebäuden zumeinen und ständiger Zunahme der Anzahl technischer
Geräte im Alltagsleben zum anderen an Bedeutung zunehmen werden.