Bachelorarbeit Simon Zillekens

 

Auswirkung fehlerhafter Annahmen der Wärmeleitfähigkeit von Baumaterialien bei der Ermittlung des Energieeinsparpotentials von energetischen Sanierungsmaßnahmen für Bestandswohngebäude

Auf dem Weg zum klimaneutralen Gebäudestand muss in Gebäuden mehr Energie eingespart
werden, sei es beim Heizen, Kühlen, Lüften oder Beleuchten. Die Kosten der energetischen
Sanierung übersteigen, laut einer Prognos-Studie aus dem Jahr 2013 im Auftrag der
Förderbank KfW, die Einsparungen deutlich. Wie dieser Studie zu entnehmen ist, rentieren
sich auch die zusätzlichen finanziellen Aufwendungen für den Neubau energiesparender
Wohngebäude nicht immer.
Im Zuge des Forschungsvorhabens „Integrales Quartiers-Energiekonzept Karlsruhe-
Rintheim“ soll die Frage geklärt werden, ob verschiedene Sanierungsmaßnahmen energetischen
Einsparungen mit sich bringen. Es wurden drei Gebäuderiegel mit unterschiedlichen
Kombinationen aus bauphysikalischen und anlagentechnischen Komponenten energetisch
saniert. Zur Überprüfung der erzielten Energieeinsparungen wurden alle Gebäude mit umfangreicher
Messtechnik ausgestattet. Dadurch wird eine detaillierte Auswertung möglich.
Welche Konsequenzen eine fehlerhafte Annahme der Wärmeleitfähigkeit der verbauten
Materialien (z. B. Mauerwerk, Fenster) in Bezug auf die Energieeinsparung mit sich bringt,
wird anhand umfangreicher Berechnungen untersucht. Im „International Journal of Thermal
Sciences“ wurde im Jahre 2011 ein Ringvergleich veröffentlicht, in dem festgestellt wurde,
dass die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmmaterials eine Ungenauigkeit von 3,5 % bis 7,0 %
auswies. Mit dieser Abweichung werden die Berechnungen durchgeführt und untersucht,
inwieweit eine Ungenauigkeitsspanne dieser Größe eine Auswirkung auf den Energieverbrauch
hat. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die gesetzlich geforderten Rechengrößen
Transmissionswärmeverlust und Heizwärmebedarf gelegt. Für die Analyse wird die Berechnung
nach EnEV 2014 für einen exemplarischen Gebäuderiegel durchgeführt.
Anschließend werden die Werte für die anzusetzenden Wärmedurchgangskoeffizienten
variiert.