Bachelorarbeit Simon Kreischer

 

Bewertung des Effizienz- und des Regenerative-Energien-Ansatzes bei Sanierungsmaßnahmen am Gebäudebestand anhand technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Kriterien

Sanierungsmaßnahmen Urheberrecht: EBC Mehr- und Minderkosten der Energiewende (Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung (2013): Kosten der (Nicht-) Energiewende)

Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung bis zum Jahr 2050 zu erreichen, ist eine Sanierung des aktuellen Wohngebäudebestands unumgänglich. Die derzeitige energetische Sanierungsrate reicht jedoch zum Erreichen der angestrebten Ziele nicht aus. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass bestehende Unsicherheiten und ein Informationsmangel auf Seite der Eigenheimbesitzer einer erhöhten Sanierungsdynamik entgegenwirken. Der Gruppe der Eigenheimbesitzer wird eine stark ausgeprägte Heterogenität zugeschrieben, aus der unterschiedliche Anforderungen an eine energetische Sanierung resultieren. Um der Heterogenität der Eigenheimbesitzer gerecht zu werden ist eine interdisziplinäre Bewertung verschiedener Sanierungsansätze erforderlich.
In der vorliegenden Bachelorarbeit werden zwei verschiedene Sanierungsansätze untersucht. Der erste Ansatz („Effizienz-Ansatz“) umfasst die Steigerung der Gebäudeeffizienz, insbesondere der wärmeübertragenden Umfassungsfläche und der Anlagentechnik. Der zweite Ansatz („Regenerative-Energien-Ansatz“) fokussiert die Integration regenerativer Energiesysteme in bestehende Gebäude. Dabei steht die Fragestellung im Vordergrund, wie der Effizienz-Ansatz und der Regenerative-Energien-Ansatz bei Sanierungsmaßnahmen am Gebäudebestand hinsichtlich technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Kriterien zu bewerten sind. Das Vorgehen zur Beantwortung dieser Frage gliedert sich in drei Schritte. Im ersten Schritt werden die theoretischen Grundlagen verschiedener Bewertungskriterien erarbeitet. Als technisches Bewertungskriterium wird der Primärenergiebedarf herangezogen. Als ökologische Bewertungskriterien dienen die CO2-Emissionen und – angelehnt an die „Anwendung des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen“ – vier weitere emissionsbedingte Umweltbelastungen in der Nutzungsphase. Als wirtschaftliche Bewertungskriterien werden – angelehnt an die VDI-Richtlinie 2067 – die Annuität, der daraus resultierende anuitätische Gewinn sowie die dynamische Amortisationszeit herangezogen. Im zweiten Schritt werden die erarbeiteten Bewertungskriterien auf ein repräsentatives Beispielgebäude sowie verschiedene Sanierungspakete angewendet und die Ergebnisse dargelegt. Der dritte Schritt umfasst die Diskussion der dargelegten Ergebnisse unter Rückbezug auf die theoretischen Grundlagen und die formulierte Fragestellung.
Auf Basis der Berechnungen kann gezeigt werden, dass der Regenerative-Energien-Ansatz insbesondere in Bezug auf das technische Bewertungskriterium und die CO2-Emissionen Vorteile gegenüber dem Effizienz-Ansatz aufweist. Demgegenüber erweist sich die Umsetzung des Effizienz-Ansatzes hinsichtlich der vier weiteren emissionsbedingten Umweltbelastungen in der Nutzungsphase und der wirtschaftlichen Bewertungskriterien als die vorteilhaftere Alternative.