Masterarbeit Thomas Remmel

 

Modellierung und Optimierung von Mieterstromkonzepten im Mehrfamilienhaus

Wirtschaftliche Auswertung eines Mieterstromprojektes Urheberrecht: EBC Wirtschaftliche Auswertung eines Mieterstromprojektes unter Berücksichtigung verschiedener Technologien, einer jährlichen Strompreisänderung sowie verschiedener Teilnehmeranzahlen

Seit Verabschiedung des Mieterstromgesetzes 2017 und der darin beschlossenen Förderung für direkt verbrauchten Strom aus Photovoltaikanlagen steigt das Interesse an Mieterstrommodellen. In der vorliegenden Arbeit wird ein Modell zur Ermittlung einer kostenoptimalen Anlagenauslegung aus Photovoltaikanlage, Blockheizkraftwerk, Heizkessel und Speicherlösungen für Mieterstromprojekte in Mehrfamilienhäusern am Beispiel Bremen entwickelt.

Das Optimierungsmodell beinhaltet eine Solarertragsrechnung, die Modellierung der Fördermechanismen nach Mieterstromgesetz und Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz sowie sämtliche wirtschaftlich relevanten Parameter. Mithilfe des Optimierungsmodells lassen sich aus Betreibersicht Aussagen und Einschätzungen über die Wirtschaftlichkeit eines Mieterstromprojektes treffen. Hinsichtlich einer Strom- und Wärmelieferung für ein Mehrfamilienhaus kann ein Mieterstromprojekt ab einer Teilnehmeranzahl von 13 Wohneinheiten eine Projektrendite von 5 % erzielen. Für kleinere Teilnehmeranzahlen kann kein wirtschaftlicher Betrieb dargestellt werden. Bei Betrachtung eines Mehrfamilienhauses ohne Wärmebedarf ergeben sich deutlich geringere Projektrenditen. Um eine fünfprozentige Rendite zu erzielen, werden 30 teilnehmende Wohneinheiten benötigt.

Damit auch Mieterstromprojekte für Teilnehmeranzahlen unter 25 Wohneinheiten wirtschaftlich betrieben werden können, sind Anpassungen am Fördermechanismus des Mieterstromgesetzes durchgeführt worden. Dazu sind zwei Szenarien entwickelt und ausgewertet worden. Aus der Untersuchung geht hervor, dass insgesamt ein verbesserter wirtschaftlicher Betrieb dargestellt werden kann. Jedoch wird weiterhin kein wirtschaftlicher Anreiz für eine teilnehmende Anzahl unter 10 Wohneinheiten durch die Mieterstromförderung generiert. Wichtige Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit eines Photovoltaik-Mieterstromprojektes sind Strompreiszusammensetzung und die Höhe der solaren Einstrahlung. Das deutschlandweit einheitliche Mieterstromgesetz greift regionale Unterschiede dieser Einflüsse nicht auf. Somit ergeben ich unterschiedliche, ortsabhängige Rahmenbedingungen für Mieterstromprojekte. Um den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern deutschlandweit voranzutreiben, ist es empfehlenswert die Mieterstromvergütung auf die regionalen Gegebenheiten anzupassen.